Fayruan Al’Fey
Überblick
Die weltliche Inkarnation des Weltenwebers. Er wandelt unter diesem Namen durch Ryssea und lebt als Teil seiner eigenen Schöpfung, statt über ihr zu stehen.
Die Phaerie verehren ihn als ihren König. Stellt er eine Forderung, springen sie — auch wenn sie darüber hinaus Politik nach eigenem Gutdünken betreiben.
Erscheinung
Fays vertraute Gestalt
Wenn Fay als er selbst unterwegs ist, zeigt er sich gewöhnlich als Phaerie. Neben seiner Drachengestalt ist das seine vertrauteste Gestalt. Er ist eher klein und wirkt auf den ersten Blick zierlich. Unter diesem Eindruck steckt allerdings ein sehr gut trainierter Körper: Fay ist als Kämpfer gründlich ausgebildet und hält seine Fähigkeiten weiterhin in Übung.
Besonders fallen seine Augen auf. Sein linkes Auge wirkt tief und strahlend blau, sein rechtes grün. Bei näherem Hinsehen zeigen beide die für Phaerie typischen drei Farbringe: Im blauen Auge finden sich Silber und eine hellere blaue Abstufung, im grünen Gold und ein hellerer Grünton. Die unterschiedlichen Augen lassen auch etwas von seiner Dualität sichtbar werden.
Seine Hörner schwingen schön nach hinten. Dazu kommen die Schuppen, der Schwanz und die großen, gefächerten Flügel eines Phaerie. Das Federkleid wirkt aus einiger Entfernung vor allem schwarz und weiß, mit verschieden abgesetzten Bereichen. Seine Haare sind überwiegend schwarz. Erst mit dem Licht oder einem genaueren Blick zeigt sich, wie viel Farbe darin liegt: Über schwarzen Federn und Haaren spielt ein feiner prismatischer Schimmer. Auch die weißen Partien, die Hörner und die Schuppen nehmen ihn auf; stellenweise erinnert das an Perlmutt. Die Farben liegen als dezentes Schillern über seiner schwarz-weißen Erscheinung.
Die meisten würden ihn als ausgesprochen gut aussehend beschreiben. Wenn er seine Macht verbirgt, begegnet einem zunächst ein freundlicher, friedlich wirkender, kleiner Phaerie. Das Schillern kann den Blick schon fangen, bevor man genau sagen könnte, was daran so faszinierend ist. Als unmittelbare Bedrohung wirkt er dabei kaum.
Fay besitzt außerdem eine Drachengestalt. Viele alte Phaerie haben etwas Drachenartiges; bei ihm liegt die Verbindung zum urelementaren Drachenwesen besonders nahe an seiner wahren Gestalt.
Kleidung, Haare und königliche Würde
Privat trägt Fay gern bequeme Kleidung, darunter auch Kampfkleidung, in der er sich gut bewegen kann. Man kann ihn ebenso gut knietief im Matsch bei der Gartenarbeit finden. Die erledigt er durchaus gern mit den eigenen Händen und ohne Magie.
Haare und Federn trägt er in wechselnden Varianten. Sich selbst überlassen, schneidet er die Haare eher dann, wenn sie ihm ins Gesicht hängen, und streicht die Federn zur Seite, wenn sie stören. Das Ergebnis sieht oft etwas chaotisch aus. An einer Akademie begegnet man ihm dagegen auch in fließenden phaerianischen Magierroben.
Als König lässt er sich von seinen Leuten einkleiden. Er könnte das selbst, weiß aber, wie viel Freude es ihnen macht, ihren König so zu sehen, wie er in ihren Augen aussehen sollte. Bei offiziellen Anlässen trägt er die entsprechende Kleidung und seinen offiziellen Kopfschmuck. Wenn es der Anlass erlaubt, greift er lieber zu dem schlichteren Diadem seiner Freunde.
Er besitzt außerdem sehr schön gestaltete Waffen aus seinen eigenen Hörnern, wie es unter den Phaerie üblich ist.
Das Diadem seiner Freunde
Das Diadem entstand in einer Zeit, in der Fay mit seiner Rolle noch haderte. Seine Gefährten hatten in ihm schon lange einen geborenen Anführer gesehen, bevor sie seine Herkunft kannten. Seine Ruhe brachte Menschen zusammen; dazu kamen ein ausgeprägtes taktisches Verständnis und unterbewusste Vorausahnungen. Als ihr ungewöhnlicher phaerianischer Freund schließlich unter den Phaerie seinen Platz fand und als König erkannt wurde, freuten sie sich für ihn. Fay selbst hätte zeitweise lieber irgendwo weit draußen seine drei Beete gepflegt und in Frieden gelebt.
Seine engsten Freunde, einige seiner vertrautesten Berater und Cheyannin fertigten ihm deshalb gemeinsam ein Diadem an. Es war ein Geschenk mit einer sehr persönlichen Botschaft: Sie freuten sich, dass er da war, und würden diesen Weg mit ihm gemeinsam gehen. Die beteiligten Phaerie steuerten Material ihrer eigenen Hörner und ihre Schutzzauber bei. Seine Freundin Mahanna, eine Königin der Fey, die inzwischen eine eigene Stadt führt, wob Magie der Fey hinein.
Äußerlich ist es ein schönes, eher schlichtes Diadem. Kleine Reliefs zeigen unter anderem einen Drachen; andere Einzelheiten spielen auf gemeinsame Abenteuer an. Wer die Geschichten kennt, sieht darin mehr als eine Verzierung. Im Diadem liegen Schutz und Unterstützung, daneben auch ein oder zwei Dinge, die eher dem gemeinsamen Humor entsprungen sind. Was es genau kann, ist nicht allgemein bekannt, und Fay erzählt wenig darüber.
Er trägt es häufig, weil es von diesen Menschen für ihn gemacht wurde. Dass er selbst den Schutz kaum braucht, ändert daran wenig. Bei einem gemeinsamen Abend kann das kostbare Freundschaftsgeschenk trotzdem auf dem Kopf eines spielenden Kindes landen und von dort zum nächsten weiterwandern. Im privaten Kreis macht Fay darum kein königliches Zeremoniell.
Die Glöckchenkette
Eine andere Kostbarkeit ist eine handgemachte Kette mit kleinen Glöckchen. Während einer Zeit, in der seine Reisegefährten und er in einem kleinen Dorf lebten und viele Kinder betreuten, beschlossen die Kinder, dass man Fay endlich kommen hören müsse.
Er bewegte sich schon damals ausgesprochen leise. Das war selten ein absichtliches Anschleichen: Zu seiner phaerianischen Gewandtheit kommen seine Ausbildung als Kämpfer und Spion. Die Kinder fanden außerdem, dass er sich manchmal wie eine Katze benahm. Er konnte fauchen, den Federkamm aufstellen und angeblich auch ausgesprochen katzenartig schauen. Einige nennen ihn deshalb bis heute Katze.
Also bekam er Glöckchen. Fay trägt die Kette regelmäßig und kann sie bei Bedarf magisch verstummen lassen. Wenn er sie gerade tragen möchte, bleibt sie an ihm – auch wenn jemand findet, sie passe nicht zum übrigen Auftritt. Für ihn ist das ein Geschenk von Kindern, die ihn persönlich gemeint haben. Über solche Dinge lässt sich mit ihm erstaunlich wenig verhandeln.
Stimme und Ausstrahlung
Fay hat eine außergewöhnlich schöne Stimme und kann ebenso schön singen. Er kann seine Stimme auch mehrdimensional klingen lassen. Musik gehört für ihn zu den natürlichen Wegen, sich auszudrücken und die Welt wahrzunehmen.
Über seine Landweben- und Weltenwebengabe hört er, wie ein Landstrich klingt, wie ein Volk klingt oder ein einzelnes Wesen. In diesen Stimmen und ihren Nuancen nimmt er viel wahr, was ihm einen intuitiven Zugang zu ihnen gibt. Das ergänzt seine Liebe zu Mathematik, Physik und den Naturwissenschaften. Er singt gern und spielt verschiedene Instrumente; Musik ist für ihn ebenso selbstverständlich wie die Freude daran, einen Zusammenhang zu verstehen.
Wenn seine Freunde und er es einrichten können, treffen sie sich am Strand, zum Grillen oder einfach um ein Lagerfeuer. Dann wird viel gemeinsam musiziert. Fay kann dort genauso gut Shantys singen. Oft geht es einfach darum, zusammen zu sitzen und zu singen.
An der Landweberakademie kommen dagegen auch Zuhörer, die selbst keine Landweber sind, wenn sich herumspricht, dass Fay etwas singend vorführen wird. Schon sein Gesang lohnt für sie den Besuch. Phaerie, die sein Landweben dabei im eigenen Land erfahren, erleben darin außerdem eine besondere Friedlichkeit und ein Gefühl von Zuhause.
Gewöhnlich verbirgt und dämpft er seine Energie und Macht mit Schilden. Er möchte anderen als Person begegnen. Wenn er diese Abschirmung zurücknimmt und seine Magie hervortritt, verändert sich seine Wirkung erheblich: Der kleine, zierliche erste Eindruck trägt dann nicht mehr. Auch wenn er seine Stimme wirklich erhebt, kann seine Präsenz ganz anders wirken.
Ohne diese Dämpfung können schon seine Anwesenheit und sein Sprechen Menschen und andere Wesen in ihren Bann ziehen. Fay versucht das zu vermindern und geht damit sehr kontrolliert um. Bei einer Freundschaft möchte er darauf vertrauen können, dass jemand ihn aus eigenem Willen mag. Dass seine Magie jemanden an ihn bindet, würde ihm gerade das nehmen, was er an dieser Nähe sucht.
Persönlichkeit
Fay möchte mit seiner Schöpfung leben. Dazu gehören für ihn auch Freundschaften, die mit Politik, Hof und seinen anderen Aufgaben wenig zu tun haben. Er hat Freunde unter den Bewohnern verschiedener Völker und sucht immer wieder Begegnungen abseits seines öffentlichen Lebens.
Besonders gern beschäftigt er sich mit Kindern aller Völker. Auch das Unterrichten macht ihm große Freude: Magie, Physik und Mathematik gehören zu den Dingen, die er ausgesprochen gern erklärt. Zuweilen lehrt er an den Akademien der Phaerie, doch sein Interesse an den Menschen und Wesen seiner Welt reicht weit über diese Aufgaben hinaus.
In seiner jetzigen Inkarnation ist er freundlich, zugänglich und gern unter Leuten. Mit ihm kann man trinken gehen, feiern und Spaß haben. Er hat auch nach seiner Kindheit in einem kriegerischen Umfeld seine Freundlichkeit behalten. Seine alten Reisegefährten würden ihn im persönlichen Umgang zugleich als eher zurückhaltend, beinahe schüchtern beschreiben. Er stellt sich selbst leicht unter den Scheffel. Dass er feiern kann und Freude an verrückten magischen Ideen hat, gehört genauso zu ihm.
Er begegnet anderen zunächst freundlich und höflich. Deutlicher werden kann er später immer noch; nach einer groben Begrüßung wieder Vertrauen aufzubauen, ist schwieriger. Angriffe auf ihn selbst, körperliche ebenso wie persönliche, bringen ihn erstaunlich selten aus der Ruhe.
Glaube und persönliche Eitelkeit
Dass andere Völker eigene Erzählungen über die Schöpfung haben, kann Fay mit gelassener Belustigung hinnehmen. Ein Gesandter aus der Stadt des Gottkaisers erklärte ihm einmal, der Gottkaiser habe die Welt erschaffen, während die Phaerie als Ketzer auf den richtigen Weg zurückkehren müssten. Seine Wächter fanden diesen Auftritt ausgesprochen unverschämt. Fay untersagte ihnen, gegen den Gesandten vorzugehen: Die Völker hatten ihren freien Willen erhalten, und dazu gehörte für ihn auch, solche Dinge glauben zu dürfen.
Wer ihm als Freund, Wanderer oder Künstler begegnet, erfährt deshalb nicht zwangsläufig, wer er ist. Er verlangt keine Verehrung als Voraussetzung für eine Begegnung.
Sein Hort
Unter den Phaerie, die ihn gut kennen, schmunzelt man über Fays Hort. Andere Drachen mögen Schätze sammeln. Bei Fay sind es Leute und Landstriche, an denen sein Herz hängt. Wer dazugehört, kann sich seines Schutzes sehr sicher sein.
Mit einer Beleidigung gegen ihn selbst kommt man meist nicht weit. Wer seinen Freunden ernsthaft schadet oder Schutzlose angreift, erreicht seine Grenze erheblich schneller. Besonders gilt das für Kinder unter seinem Schutz. Dann geht es für ihn um jemanden, dem er verbunden ist und den er beschützen kann – und darum, dass diesem Menschen gerade etwas angetan wird.
Fay, König und Weltenweber
Fay ist am liebsten einfach Fay. Im Privaten kann er herumalbern, sich ärgern und mit Freunden auch einmal laut streiten. Magie oder Gewalt einzusetzen, um einen solchen Streit für sich zu entscheiden, liegt ihm fern. Selbst wenn er aufgebracht ist, kommt ihm seine Macht dabei nicht als Lösung in den Sinn. Seine Freude an Magie hat mit dem Wunsch, sich im persönlichen Leben durchzusetzen, wenig zu tun.
Als König der Phaerie führt er seine Auseinandersetzungen professionell. Er bleibt ruhig, verhandelt und handelt politisch überlegt. Einen Gesandten muss er weder anschreien noch von seiner eigenen Bedeutung überzeugen. Er weiß, wer er ist, und kann andere Überzeugungen stehen lassen. Werden sein Volk oder seine Schutzbefohlenen bedroht, kann er allerdings sehr berechnend vorgehen und auch manipulativ handeln. Ihm stehen sämtliche Gaben offen, darunter Landweben und Traumweben; auch prophetische Möglichkeiten können in seine Überlegungen hineinspielen.
Wer ihn persönlich kennt, achtet darauf, wie sich seine Ruhe verändert. Solange Fay im privaten Streit noch laut wird, ist der Streit ein persönlicher. Wird er still, zieht sich zurück und geht auf Abstand, ist eine wirkliche Grenze erreicht. Im Amt zeigt sich das eher als Wechsel von zugänglicher Diplomatie zu kühler, sachlicher Berechnung. Seine gewöhnliche Ruhe, etwa beim Unterrichten, ist deshalb noch kein Warnzeichen.
Noch einmal anders wird sein Blick, wenn er sich weit in die Macht des Weltenwebers fallen lässt. Sterbliches Leben und seine einzelnen Sorgen rücken dann in die Ferne. Seine Prioritäten verändern sich; eine Umgestaltung der Welt kann ihm als angemessene Antwort erscheinen, deren Folgen der sterblichere Fay später ganz anders beurteilen würde. Ein Berg wäre für ihn durchaus etwas, das er bewegen oder werfen könnte. Die Gefahr liegt dabei in der veränderten Sicht auf das Problem, nicht in einem unbedachten Wutanfall.
Fay kennt diesen Abstand zu sich selbst und möchte ihn möglichst vermeiden. Am liebsten bleibt er seiner Schöpfung so nahe, dass ihre einzelnen Bewohner für ihn Menschen mit eigenen Sorgen, Freuden und Namen bleiben.
Wissen und Erinnern
Das Wissen des Weltenwebers liegt Fay nicht ständig vollständig im Vordergrund. Wie bei den Phaerie kann eine passende Frage etwas wieder zugänglich machen, das zuvor gar nicht gegenwärtig war. Wenn er sich tief genug in eine Frage versenkt, kann er Zusammenhänge wissen, die andere erst mühsam erforschen müssten. Vieles ruht in seinem Gedächtnis, bis etwas es wieder hervorholt.
Bei seiner gegenwärtigen Wiedergeburt kam hinzu, dass der Zugang zu seinem größeren Selbst zunächst gestört war. Seinen Platz unter den Phaerie fand er erst nach Jahren eigener Reisen und Abenteuer.
Als Lehrer
Fay liebt Wissenschaft und freut sich darüber, wenn andere forschen und Zusammenhänge herausfinden wollen. Seine Begeisterung gilt besonders Magie, Physik und Mathematik. Wer ihn an einer Magier- oder Heilerakademie trifft, kann ihm Fragen stellen und mit einer ausgesprochen direkten, ehrlichen Antwort rechnen. Gerade eine beiläufig gestellte Frage kann viel auslösen: Er antwortet selbstverständlich auf etwas, das für den Fragenden keineswegs selbstverständlich ist. Anschließend hat dieser womöglich für Wochen etwas zum Nachdenken.
An den Akademien erinnert man die Schüler deshalb daran, zuerst ihre Grundlagen zu klären. Wenn Fay erklärt, was mit Magie möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass jeder Novize es ebenso umsetzen kann. Seine eigenen Möglichkeiten sind kein verlässlicher Maßstab für einen gewöhnlichen Schüler.
Im eigentlichen Unterricht achtet Fay darauf. Er möchte niemandem beiläufig das Weltbild zerlegen und passt seine Erklärungen an das an, was die Lernenden schon verstehen und leisten können. Beim Unterrichten von Landwebern ist er besonders ruhig und zurückhaltend. Er weiß, wie weit seine eigene Art, mit dem Land umzugehen, von der eines gewöhnlichen Landwebers entfernt ist.
Auch Widerspruch erschöpft seine Geduld beim Lehren nur selten. Wer weiß, wer er ist, kann seine Zusicherung entsprechend einordnen. Wer es nicht weiß und ihm etwas nicht glauben möchte, muss ihn damit nicht persönlich kränken. Er kann mit einem gewissen inneren Schmunzeln hinnehmen, dass jemand einen Zusammenhang noch nicht annehmen kann oder will.
Aufgaben und persönlicher Freiraum
Die Lords, seine persönlichen Berater und besonders seine Leibwächter, die Cheyannin, kennen ihn gut. Sie kümmern sich möglichst früh um Bedrohungen, bevor Fay selbst größere Kräfte ins Spiel bringt. Hinter der Vorstellung, man solle das Problem lieber lösen, bevor der König mit einem Meteoriten wirft, steckt bei ihnen durchaus ein ernstes Anliegen. Sie wissen, wie weit seine Möglichkeiten reichen und weshalb er selbst damit vorsichtig ist.
Fay lässt sie handeln und vertraut ihnen diese Verantwortung an. Das gibt ihm auch Raum für sein eigenes Leben. Er bleibt allerdings nicht unbegrenzt daneben stehen: Wenn seine Leute körperlich, seelisch oder emotional zu viel dafür bezahlen, greift er selbst ein. Ihr Schutz ist für ihn ebenso wichtig wie das Problem, um das sie sich kümmern.
Seine Nähe zu anderen Völkern wird unter den Phaerie unterschiedlich aufgenommen. Manche verstehen nicht, weshalb ihr König anderen so freundlich begegnet und ihnen so viel durchgehen lässt. Gerade wer das eigene Volk für überlegen hält, kann sich daran stoßen. Fay hält trotzdem an der Freiheit seiner Schöpfung fest und unterstützt ihre Bewohner, wo er kann.
Hintergrund
Der Handel
Die Völker begehrten gegen die Beschränkungen der Elementarlords und des Webers auf und wollten ihren eigenen Willen. Er stellte ihnen eine Wahl:
Entweder es gibt Hüter, die auf die Schöpfung aufpassen und sie lenken — oder ihr lenkt den Weltenwillen selbst.
Die Völker wählten sich selbst. Er überließ ihnen damit die Führung ihrer eigenen Entwicklung. Wie schwer ihm diese Zurückhaltung mitunter fällt und wo sein persönlicher Schutz berührt ist, gehört bis heute zu seinen Entscheidungen.
Die Inkarnation
Er und die Lords haben sich in die Welt inkarniert und dabei einen großen Teil ihrer Macht abgegeben. Das war der Preis dafür, dazugehören zu dürfen.
Je stärker Fay sich auf das sterbliche Leben einlässt, desto schwächer ist seine verkörperte Gestalt. Sterben kann diese Inkarnation; der Weltenweber selbst endet damit nicht. Fay kann erneut als Phaerie in die Welt geboren werden. Die Phaerie versuchen, seine neue Inkarnation möglichst früh zu finden. Welche Folgen der Tod mächtiger Inkarnationen für das Elementargefüge hat, steht bei den Elementarlords.
Die gegenwärtige Inkarnation ist nicht seine erste. Sie hat den Großen Krieg zwischen Phaerie und Dämonen gemeinsam mit einem befreundeten Dämonenkönig beendet. Persönliche Freundschaften gehören jeweils zu einem gelebten Leben; so besteht seine Freundschaft mit Kezzem zur gegenwärtigen Inkarnation.
Wiedergeburt und Jugend in Kraeghar
GM-Wissen: Der gesuchte König
Die vorherige Inkarnation wurde im Zusammenhang mit dem Großen Krieg ermordet. Die Gegner versuchten, auch auf die nächste Wiedergeburt Einfluss zu nehmen. Fays Zugang zu seinem eigentlichen Selbst erwachte deshalb zunächst nicht ungestört.
Er wurde diesmal außerhalb phaerianischer Gebiete auf Kraeghar geboren und wuchs in einem kriegerischen Umfeld auf. Auf seinen Reisen fand er eine bunt gemischte Gruppe von Gefährten. Dazu gehörten Kezzem und der Dämon, der später König eines der beiden Dämonenreiche wurde und mit dem er den Frieden schloss. Die Freunde begegnen sich auf ihren eigenen Wegen durch Ryssea immer wieder.
Als Fay später unter Phaerie lebte und an einer ihrer Akademien lernte, wusste er selbst noch nicht vollständig, wer er war. Dass man dort Dämonen so ablehnend begegnete, wunderte ihn; mit einem Dämon befreundet zu sein war für ihn längst Teil seines Lebens. Seine ungewöhnlichen Fähigkeiten und manche Antworten auf gezielte Fragen fielen auf, doch erst nach langer Suche erkannten die Phaerie in ihm ihren wiedergeborenen König. Daraufhin wurde er erneut gekrönt.
Diese Inkarnation half, Phaerie und einen Teil der Dämonen wieder zusammenzuführen. Ihr jetziger König kennt Freundschaften mit beiden Seiten aus eigener Erfahrung.
Warum er sich als Weltenweber zurückhält
Fay hat seiner Schöpfung einen eigenen Willen gegeben. Ihre Bewohner sollen selbst entscheiden, wie sie leben und welche Zukunft sie gestalten. Er selbst lebt unter ihnen, schließt Freundschaften und hat Vorstellungen davon, was bewahrt werden sollte. Wenn seine Welt bedroht ist, kann er Verbündete unterstützen und Partei ergreifen.
Mit der Macht des Weltenwebers geht er besonders vorsichtig um. Je tiefer er darauf zurückgreift, desto ferner rücken ihm die einzelnen Leben, denen er sich verbunden fühlt. Deshalb vertraut er vieles seinen Gefährten, den Lords und seinen Beschützern an – und sucht nach Möglichkeiten zu helfen, bei denen andere weiterhin selbst handeln können.
Er unterstützt Gezeichnete und gibt ihnen Werkzeuge, darunter die Sieben Zeichen. Er hofft darauf, dass die Bewohner seiner Schöpfung selbst einen Weg finden, sie zu erhalten. Er könnte von vorne anfangen und eine andere Welt erschaffen. An dieser Welt, ihren Kulturen und ihren Bewohnern hält er jedoch fest.
Seine Symbole
Fay hat drei Symbole, und sie bilden zusammen die ganze Schöpfungshierarchie ab — von außen nach innen:
| Symbol | Wofür es steht |
|---|---|
| Der Zwielichtdrache | Fay selbst. Das Zwielicht, das Ur-Potential, aus dem alles abgespalten wurde |
| Die Kois | Die beiden außerhalb der Schöpfung — Lord von Zeit und Raum und Lord der Kraft, die versteckten Elemente, die die Schöpfung umgeben |
| Der Lotus | Die Elemente — die zehn, in die das Prisma alles aufspaltet |
Der Segen aus dem Tempel
Bei der Versiegelung einer Grabstätte in der Wüste Irravan empfing eine Abenteurergruppe Fays Segen. Viele Götter setzten ihre Segen auf das Tor, zuletzt eine große Lotusblüte mittig über beide Torflügel. Danach fing jeder aus der Gruppe eine Blüte auf, die in seinen Händen zerstäubte und mit einem Kribbeln unter der Haut verschwand.
Jeder der Gesegneten trug fortan eine Tätowierung und durfte selbst entscheiden, wo sie sitzt und welches von Fays drei Symbolen sie zeigt. Die bei der Grabstätte beschenkten Gefährten tragen den Lotus. Fen trägt ebenfalls Fays Segen, bei ihm in Gestalt der Kois.
GM-Wissen: Segen ist nicht Zeichen
Das Lotustattoo ist kein Zeichen der Gezeichneten — es ist Fays Segen. Die Zeichen sind eine eigene Reihe, von der die Gruppe bisher nur Yuliyas Auge kennt, ohne zu wissen was es ist.
Fays Segen und die Zeichen sind unterschiedliche Gaben. Mit beiden kann er Menschen auf ihrem Weg unterstützen.
Beziehungen
- Weltenweber — er selbst, in seiner ungebundenen Form
- Phaerie — verehren ihn als König
- Kirellian — spricht in weltlichen Fragen für ihn und vertritt ihn in seiner Abwesenheit
- Kezzem — enger Freund seiner gegenwärtigen Inkarnation
- Cheyannin — seine persönlichen Leibwächter, die Bedrohungen möglichst früh auffangen
- Elementarlords — haben sich ebenfalls inkarniert
- Weltenwille — was er den Völkern überlassen hat
Geheimnisse
GM-Wissen: Die Zeichen im Krieg der Magier
Im Krieg der Magier gab Fay Sevrians Seite die Zeichen, damit sie sich gegen ihre Gegner behaupten konnte. Die Gegenseite hatte eine Art künstlichen Weltenschöpfer erschaffen. Fay unterstützte Sevrians Verbündete mit den Mitteln, den Kampf selbst zu führen.
GM-Wissen: Neeko und der unbekannte Wanderer
Fay ist auch unter anderen Identitäten in Ryssea unterwegs. Als Neeko tritt er in einer Kyulie-Persona als reisender Erzähler und Illusionist auf und verkauft nebenbei magische Kois. Der bekannte Auftritt Neekos, seine Begleiter und Begegnungen sind in dessen eigener Notiz beschrieben.
Manchmal erscheint Fay als unbekannter, einsamer Wanderer. Dann möchte er seine Ruhe haben und fern seiner politischen und sonstigen Aufgaben Menschen und anderen Bewohnern der Welt begegnen. Gerade inkognito beschäftigt er sich häufig mit Kindern aller Völker. Für manche ist er ein gelegentlich vorbeikommender, weiser Onkel, für andere ein seltsamer Freund, dem sie im Wald begegnen. Wieder andere kennen den chaotischen Neeko mit seinen Illusionsshows und fliegenden Fischen. Seine Freundschaften außerhalb des Hofes gehören zu diesem persönlichen Leben. Auf Reisen begleiten ihn auch verdeckte Beschützer, darunter Bob in Koi-Gestalt.
Auch als Neeko oder als unbekannter Wanderer lebt Fay sein gegenwärtiges Leben weiter. Diese Begegnungen und Freundschaften gehören zu derselben Inkarnation wie sein Leben als König.
Aufenthaltsort
Sein Palast liegt im Hinterland von Sharanma; dort lebt er und führt seine Angelegenheiten. Zuweilen unterrichtet er an den Akademien der Phaerie. Daneben ist er immer wieder in Ryssea unterwegs.